Diese Website ist seit dem Ende des Studiengangs Informationswissenschaft
im Juni 2014 archiviert und wird nicht mehr aktualisiert.
Bei technischen Fragen: Sascha Beck - s AT saschabeck PUNKT ch
Drucken

Virtuelles Handbuch Informationswissenschaft

Probleme der Wissensordnung und der Informationssuche

5. Benutzerdifferenzierung

Eine Überlegung wert ist, das Informationsangebot auf unterschiedliche Benutzertypen auszurichten, um durch ein Ausblenden irrelevanten Wissens eine gezielte Suche möglich zu machen. Ein kurzes Brainstorming in einer Übung ergab zunächst die folgenden denkbaren Benutzer eines Stadtinformationssystems:

Eltern
Jugendliche
Kinder
Rentner
Geschäftsleute
Unternehmer
Gewerbetreibende
Geschäftsinhaber
Durchreisende
Touristen
Geschäftsreisende
französische Mitbürger
Bürger
Einwohner
Studenten
Studierende
junge Erwachsene
allgemeine Nutzer
Studienanfänger
Abiturienten
Schüler
Neuzugezogene
Neudazugezogene
Neubürger
Kongressteilnehmer
ansiedlungswillige Firmen
Firmengründer
Existenzgründer
Ausländer
Besucher
Privatpersonen
Gaststudierende
Sportinteressierte
neugierige Saarländer
kulturinteressierte Saarländer
politisch interessierte Bürger
Menschen
Neusaarbrücker
Messebesucher
ausländische Besucher
Lehrer
Senioren
Arbeitslose
Einheimische
Immigranten
Gäste
Wirtschaftsvertreter
Investoren
Vertreter
ortsansässige Bürger
Gelegenheitssurfer
Urlauber
Aussteller
Berufstätige

Diese 54 Typen lassen sich auf unterschiedliche Weise klassifizieren, u.a. mit Hilfe von Benutzungsprofilen (vergleichbar mit einer Facettenklassifikation, vgl. Kapitel 3. Problem „Begriff < = > Benennung“, oder: das richtige Suchwort ):

Benutzungsprofile
Interesse
Alter
Status
Funktion
Wirtschaftsförderer
(allgemein, Sport, Kultur, Politik)
(keine Angabe, Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene, Erwachsene, Senioren)
(kein S., Bürger, Gäste (Touristen, Geschäftsreisende, Kongressteilnehmer))
(keine Funktion, Schüler, Studierende, Arbeitslose, Arbeiter, Angestellte, Unternehmer)
(kein W., Existenzgründer, Sponsoren, Ansiedlungswillige, Aussteller)

Danach lässt sich ein Benutzer beschreiben, in dem man ihm aus jeder Facette einen Wert zuschreibt:

ein jugendlicher Sportbegeisteter
aus Dudweiler:ein auswärtiger erwachsener Messeaussteller (Unternehmer):
Interesse=Sport, Alter=Jugendlicher, Status=Bürger,Funktion=Schüler
Interesse=allgemein, Alter=Erwachsener, Status=Gast,
Funktion=Unternehmer, Wirtschaftsförderer=Aussteller

Dieser Ansatz würde es erlauben, die jeweilige angebotene Wissensmenge einzuschränken und damit z.B. die Zahl der angebotenen Webseiten zu begrenzen und überschaubarer zu machen. Er setzt allerdings voraus, dass das Webangebot über eine Datenbank organisiert und für jeden Informationssuchenden (evtl. über eine Kurzbefragung) zunächst ein Profil ermittelt wird.

Erstellungsdatum des Beitrags: 6.3.2002