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Identität und Geschichte der Informationswissenschaft

Wissenschaftliches Arbeiten

2. Welche Anforderungen muss eine Wissenschaftliche Arbeit erfüllen?

Projekte: Identität und Geschichte der Informationswissenschaft

Mit dem Erstellen einer schriftlichen wissenschaftlichen Arbeit soll in der Regel gezeigt werden, ob man in der Lage ist, ein bestimmtes abgegrenztes Thema systematisch zu untersuchen und die Ergebnisse dieser Untersuchung logisch geordnet darzustellen. Diese Darstellung soll so aussehen, dass andere die Gedankengänge und Schlussfolgerungen verstehen und nachvollziehen können, weshalb eine schriftliche wissenschaftliche Arbeit gewisse Anforderungen erfüllen muss.

Nach Umberto Eco:

„Die Untersuchung behandelt einen erkennbaren Gegenstand, der so genau umrissen ist, dass er auch für Dritte erkennbar ist. “ …
Eine wissenschaftliche Arbeit sollte also den behandelten Gegenstand so exakt beschreiben, dass auch andere nachvollziehen können, worum es geht. Ein korrekter Titel und ein ordentlich strukturiertes Inhaltsverzeichnis sind dabei sehr hilfreich.
„Die Untersuchung muss über diesen Gegenstand Dinge sagen, die noch nicht gesagt worden sind, oder sie muss Dinge, die schon gesagt worden sind, aus einem neuen Blickwinkel sehen“ …
„Die Untersuchung muss für andere von Nutzen sein. “ …
„Die Untersuchung muss jene Angaben enthalten, die es ermöglichen nachzuprüfen, ob ihre Hypothesen falsch oder richtig sind, sie muss also die Angaben enthalten, die es ermöglichen, die Auseinandersetzung in der wissenschaftlichen Öffentlichkeit fortzusetzen.“ … (Eco, S.40-45).
Der Punkt bezieht sich auf das Thema des korrekten Zitierens und Nachweisens von Quellen, aus denen man sich bedient.

Nach Peterßen:

Peterßen trennt zwischen:

  • moralischen
  • technischen und
  • stilistischen Ansprüchen.

Bei den moralischen Ansprüchen geht es vor allem darum, immer bei der Wahrheit zu bleiben und von anderen übernommene Ideen immer als solche zu kennzeichnen.
Die technischen Ansprüche ergeben sich aus den drei Begriffen
  • Objektivität
  • Reliabilität und
  • Validität.

Objektivität begreift Peterßen als „Intersubjektivität“:
„Und Intersubjektivität verlangt, dass die gemachte Aussage für jeden überprüfbar ist, dass sie hinsichtlich ihrer Ausgangslage sowie ihres Zustandekommens in allen Schritten nachvollzogen werden kann und dass sich dabei für jeden, der von derselben Ausgangslage ausgehend, denselben Weg in derselben Weise beschreitet, auch dasselbe Ergebnis ergibt.“ (Peterßen, S.25)
Das verlangt korrekten Umgang mit den in der Arbeit verwendeten Quellen, also exakte Angaben zu Herkunft, Art und Qualität.
Reliabilität bedeutet Zuverlässigkeit: Verwendete Verfahren müssen bei Wiederholung genau dieselben Ergebnisse liefern. Im Text muss klar erkennbar sein, wo es sich um zuverlässige Tatsachen oder nicht unbedingt nachprüfbare Meinungen und Vermutungen handelt.
Die Validität, die Gültigkeit bezieht sich auf das Thema der Arbeit: Es muss in der Arbeit auch tatsächlich das behandelt werden, was der Titel, das Thema vorgibt. Die Arbeit soll nur Antworten auf die sich aus dem Thema ergebenden Fragen geben.

Die stilistischen Ansprüche an die Arbeit umfassen Anforderungen an den sprachlichen Stil und die schriftliche Gestaltung des Textes. Die Arbeit soll übersichtlich und für alle interessierten Leser verständlich bleiben. Auch für die (typographische) Gestaltung der Arbeit gilt: Sachlichkeit und Übersichtlichkeit haben Vorrang.

 

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