Diese Website ist seit dem Ende des Studiengangs Informationswissenschaft
im Juni 2014 archiviert und wird nicht mehr aktualisiert.
Bei technischen Fragen: Sascha Beck - s AT saschabeck PUNKT ch
Drucken

Identität und Geschichte der Informationswissenschaft

Wissenschaftliches Arbeiten

3. Formen und Funktionen wissenschaftlichen Arbeitens

Projekte: Identität und Geschichte der Informationswissenschaft

Die geläufigen Formen, in denen und mit deren Hilfe sich wissenschaftliches Arbeiten realisiert. Dazu gehören z.B. die wissenschaftliche Diskussion oder Disputation, das Protokoll, das Referat, der Bericht, das Thesenpapier, die Klausurarbeit, die Examenarbeit, die Diplomarbeit, die Magisterarbeit, die Dissertation, der Vortrag, die Rezension, der wissenschaftliche Aufsatz, der Forschungsbericht, die Habilitationsarbeit usw.

3.1 Das Protokoll
3.2 Das Referatn
3.3 Der Bericht
3.4 Das Thesenpapier
3.5 Die Klausurarbeit
3.6 Die Diplom oder die Magisterarbeit

3.1 Das Protokoll
Die besondere Funktion des Protokolls ist die, ein Dokument zu sein. Protokoll heißt soviel wie „Urliste“. D.h. das Protokoll ist die „erste“ Form der Abbildung von Realität. Es beansprucht, die abgebildete Realität genau wiederzuspiegeln, steht also für Wirklichkeit, dokumentiert sie.

3.2 Das Referat
Ein Referat im eigentlichen Sinne des Wortes erfüllt die Funktion, über Inhalte eines oder mehrerer Texte zu berichten; es ist Information in Kurzfassung, produziert nicht, sondern reproduziert den Aussagegehalt von Texten. Ein Referat in diesem Verständnis wertet und beurteilt daher auch nicht.

3.3 Der Bericht
Der Bericht unterscheidet sich vom Referat trotz der Gemeinsamkeit, Information zu sein, in zwei wesentlichen Punkten:
Der Bericht ist eine umfassende Information, umfassend in jeder Hinsicht.
Der Bericht ist nicht neutral, insofern er in aller Regel ein Moment der Rechenschaft enthält, die gegenüber demjenigen abgelegt wird, der den Bericht fordert. Man berichtet nicht einfach, was geschehen ist ohne Ansehung der eigenen Person, sondern gibt Auskunft über sich selbst. Berichtet wird über Aussagen, Handlungen, Empfindungen, Eindrücke, Erlebnisse, eigene sowie fremde.

3.4 Das Thesenpapier
Das Thesenpapier ist Stellungnahme. Es informiert nicht, sondern beurteilt. Wenn man es als Information betrachtet, dann allenfalls als Information über die eigene Person und deren Ansicht zu bestimmten Sachverhalten. Thesen reproduzieren also nichts, sondern produzieren: die eigene Meinung über Theorie oder Praxis. Das Thesenpapier setzt bei den Adressaten, an die es gerichtet ist, die Information über den Gegenstand, der beurteilt wird, immer schon voraus, enthält also diese Information nicht selbst.

3.5 Die Klausurarbeit
Die Klausurarbeit stellt in vieler Hinsicht das Gegenstück zum Thesenpapier dar. Ihre besondere Funktion ist der Leistungsnachweis.
Mit der Klausur soll in erster Linie unter Beweis gestellt werden, dass man Kenntnisse über einen Sachverhalt möglichst präzise und kurz reproduzieren kann.

3.6 Die Diplom oder die Magisterarbeit
Auch die Diplomarbeit ist, was ihre besondere Funktion betrifft, ein Leistungsnachweis. Aber im Unterschied zur Exsamenarbeit hat die Diplomarbeit ein deutlich produktives Schwergewicht. Sie kommt zwar nicht ohne reproduktive Teile aus, hat ihre wesentliche Eigenart aber in der Produktion von Problemlösungen.

 

Übersicht