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Identität und Geschichte der Informationswissenschaft

Information und Dokumentation

7. Informationsdienste

Projekte: Identität und Geschichte der Informationswissenschaft

Thema: ‚Information und Dokumentation‘

Informationsdienste haben die Funktion, das Informationsbedürfnis der Benutzer zu befriedigen. Das bedeutet, möglichst alle für den Benutzer relevanten Quellen ausfindig zu machen und die entsprechenden Informationen daraus an den Benutzer weiterzuleiten. Informationsdienste lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien einteilen. Im Folgenden wird eine Unterscheidung zwischen klassischen und neueren Informationsdiensten getroffen.

Die klassischen Fachinformationsdienste kann man nach ihrer äußeren Erscheinungsform einteilen. Sie werden nach unterschiedlichen Grundsätzen erstellt und erfüllen somit auch unterschiedliche Informationszwecke. Man unterscheidet zwischen Current Contents (die regelmäßige Wiedergabe von Fachzeitschriften), Titellisten (bibliographische Angaben), Bibliographien bzw. bibliographische Verzeichnisse, Zitierindizes (z.B. Science Citation Index), Katalogen und Verzeichnissen (Sammlung von Daten und Fakten) und Referatediensten (siehe letzter Absatz: allgemeine Auflistung sämtlicher Informationsdienstleistungen).

Zu den neueren Informationsdiensten können die Online-Dienste gerechnet werden. Diese lassen sich beispielsweise noch weiter nach unterschiedlichen Gesichtspunkten der professionellen Nutzung untergliedern. Man kann hier zwischen den Online-Diensten für professionelle Nutzer (gut strukturierte Online-Datenbanken zu allen Wissensbereichen z.B. von (GENIOS), den Online-Diensten für private Nutzer (z.B. AOL, CompuServe, T-Online) und den Online-Informationssystemen im Internet (z.B. World-Wide-Web) unterscheiden.

Unabhängig davon, ob eine Untergliederung in klassische Informationsdienste oder neuere Informationsdienste vorgenommen wird, können allgemein verschiedene Arten von Dienstleistungen ausgemacht werden, die von den IuD-Einrichtungen angeboten werden:

  1. Retrospektive Recherchen: Suche von Literatur oder Dokumentationseinheiten über einen längeren zurückliegenden Zeitraum.
  2. Individuelle Profildienste: in festgelegten Zeitabständen erfolgt eine Zusendung von Informationen, die für individuelle Interessenprofile recherchiert werden (z.B. Unterrichtung über neu erschiene Literatur).
  3. Standartprofildienste: hier wird der Benutzer laufend und in regelmäßigen Abständen über ein genau abgegrenztes Thema (Standartprofil) informiert.
  4. Online-Recherchen im Fernzugriff (Dialogteilnehmerdienste): der Benutzer musste früher über ein eigenes Terminal (Datenendstation) verfügen, damit er eine Dialogrecherche durchführen konnte. Heutzutage ist dies über www-Schnittstellen möglich.
  5. Schnellauskünfte: das Durchsuchen retrospektiver Speicher ist nicht notwendig, da es sich um Einzelanfragen mit geringem Aufwand handelt.
  6. Sonstige individuelle Dienstleistungen: beispielsweise die Weitervermittlung von Informationssuchenden an Dritte, individuelle Einzelanfragen u.s.w..
  7. Referatedienste: werden in regelmäßigen Abständen als Zeitschriften, Karteikarten oder Mikroformen verbreitet und enthalten eine große Menge an ausgewerteten Informationen (z.B. Kurzreferate zu Forschungsberichten) zu bestimmten Wissensgebieten.
  8. Sonstige gedruckte Informationsdienste: beispielsweise Bibliographien, Literaturberichte, Zeitschriftenverzeichnisse.
  9. Magnetbanddienste: auf Magnetbändern verbreitete Datenbasen, die beispielsweise bibliographische Angaben, Schlagwörter, Kurzreferate usw. enthalten.
  10. Sonstige Dienstleistungen: beispielsweise Suchhilfen, Kopier- oder Übersetzungs-hilfen, Ausleihe von Literatur, u.s.w. .

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