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Identität und Geschichte der Informationswissenschaft

Die Geschichte des Internets

Die Geschichte des Internets

Projekte: Identität und Geschichte der Informationswissenschaft
Ein gemeinsames Protokoll

Der nächste Entwicklungsschritt war der Versuch heterogene Netzwerke miteinander zu verbinden. Anlass dafür war die Ausbildung des PRNET, das auf Rundfunkwellen beruhte und eine deutlich andere Technologie als das ARPANET benutzte. Zu diesem Zweck gründeten Robert Kahn und Vinton Kerf 1973 das „INTERNET Programm“. Ihnen war klar, dass weltweite Netzwerke nur sehr wenig gemeinsam haben würden und sie suchten nach einer Integration unterschiedlichster Einzelnetze, die nur minimale Anforderungen an die Struktur der Teilnetze stellen durfte. Das Internet sollte auf einer höheren Ebene derselben Philosophie folgen wie das ARPANET, nur sollten nun nicht nur Hardware unterschiedlicher Typen und Hersteller, sondern auch ganze Netzwerke unterschiedlichster Arten zu einem gemeinsamen „Netz der Netze“ zusammengeschlossen werden: dem INTERNET.
Dafür musste man sich auf ein einheitliches Datenformat und eine einheitliche Methode der Verbindungsherstellung einigen. Cerf und Kahn entwickelten 1974 ein neues Netzwerkprotokoll und nannten es „Transmission Control Protocol“ (TCP). Seine Aufgabe war es für den reibungslosen Paketaustausch zu sorgen, indem es den Versand der Pakete überwachte und diese so aufteilte, dass kein Teil des Netzes überlastet wurde. Um 1980 wurde es überarbeitet und um das „Internet Protocol“ (IP) ergänzt.
Die Verwendung dieser TCP/IP-Protokolle ermöglichte die Verbindung der verschiedenartigsten Netzwerke. Die erste Installation des TCP/IP Protokolls wurde 1975 auf den Rechnern einiger amerikanischer Universitäten sowie dem University College of London vorgenommen.
In der Folge leistete die ARPA auch aktiv finanzielle Unterstützung, um die neue Version des UNIX-Betriebssystems mit TCP/IP auszustatten. Da UNIX an allen Universitäten des Landes eingesetzt wurde, wurde TCP/IP schnell zu einem Standard bei der Vernetzung akademisch orientierter Netzwerke (Musch, 2000). Ursprünglich benannte die ARPA, die mit ihren TCP/IP-Protokollen verbundenen Netzwerke das „ARPA Internet“. Es schlossen sich aber immer mehr militärische, wissenschaftliche und Regierungsorganisationen weltweit dem Netz an und so wandelte sich der Namen hin zu allgemein „Internet“. Genau genommen kann man bereits zwei über das TCP/IP-Protokoll verbundene Netzwerke als Internet bezeichnen, aber heute versteht man unter dem Begiff Internet meist die Menge aller Netzwerke, die das TCP/IP-Protokoll verwenden und durch Gateways verbunden sind. Bei der Verbreitung des Internets wurde keine zentrale Regulierungsstelle eingerichtet. Man wollte die Architektur konsequent offen halten und die Dezentralität wurde eines der hervorstechensten Merkmale.

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