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Identität und Geschichte der Informationswissenschaft

Die Geschichte des Internets

Die Geschichte des Internets

Projekte: Identität und Geschichte der Informationswissenschaft
Die Entstehung des ARPANET

Man kann keinen genauen Zeitpunkt für die Gründung des Internets ausmachen, denn es gab nicht die Erfindung des Internets, sondern vielmehr entwickelte es sich über viele Jahre und es gab einige Vorläufer. Der entscheidende Vorläufer für das Internet in seiner heutigen Form wurde das ARPANET, das in den Vereinigten Staaten in den späten 60er Jahren entstand.
1958 gründete das amerikanische Forschungsministerium als Reaktion auf den „Sputnik-Schock“ und in Zeiten des kalten Krieges, eine Forschungsbehörde mit dem Namen Advanced Research Projects Agency (ARPA). Die Aufgabe der ARPA war es im Dienste der Landesverteidigung den technologischen Vorsprung der Vereinigten Staaten durch Förderung dazu geeigneter Projekte zu sichern. Dabei sollten neue innovative Technologien entwickelt werden und auch Visionen und ungewöhnliche Ideen verwirklicht werden auch unter dem Fokus im Falle eines nuklearen Angriffs die Kommunikation aufrechterhalten zu können.
Finanziell gefördert wurden u.a. Projekte zur Raketentechnik, die Entwicklung neuer Materialen und Werkstoffen, aber auch viele verhaltenswissenschaftliche Forschungen. Dabei unterhielt die ARPA keine eigenen Forschungseinrichtungen, sondern kooperierte mit universitären und industriellen Vertriebspartnern. Den Forschern stand es auch frei ihre Ergebnisse zu publizieren und auf Konferenzen vorzustellen. Erfolgreiche technologische Entwicklungen wurden dem Militär zur Nutzung überlassen. Gleichzeitig ermunterte die ARPA die private Wirtschaft, die gewonnenen Forschungsresultate in Produkte umzusetzen, was indirekt wieder dem Militär zugute kam, da es so fortgeschrittene Technologien zu einem erträglichen Preis erwerben konnte. Gleichzeitig wurde so auch das Interesse der Industrie verstärkt geweckt.
Für die Realisierung der Forschung musste eine Vielzahl von Daten ausgetauscht werden. Dies geschah mühselig durch den Austausch von physikalischen Datenträgern wie Magnetbändern oder Lochkarten, die aber ausschließlich auf Computer desselben Herstellers oder desselben Typs beschränkt waren. Rechner wurden zu dieser Zeit hauptsächlich für umfangreiche numerische Kalkulationen genutzt und nur wenige sahen das volle Potential der neuen Werkzeuge voraus. Einer davon war J.C.R. Licklider. Er hatte an der Universität von Washington Physik, Mathematik und Psychologie studiert und lehrte nach seiner Promotion in Psychologie, in Harvard Psychoakustik. Als er zum ersten Mal einen Rechner sah, begann ihn die Vorstellung von Computern als einem die menschlichen Möglichkeiten erweiterndes Denkwerkzeug zu faszinieren (Abbate, 1994). „The hope is that, in not too many years human brains and computing machines will be coupled together very tightly, and that the resulting partnership will think as no human brain has ever thought and process data in a way not approached by the information-handling machines we know today […] Those years should be intellectually the most creative and exciting in the history of mankind.“ (Licklider, 1960,4). Zu den Visionen, die Licklider realisieren wollte, gehörten der interaktive Umgang mit Rechnern anstelle der mühsamen und zeitaufwendigen Vorbereitung von Lochkarten im Stapelbetrieb, die Entwicklung maschinenunabhängiger Hochsprachen, bessere und benutzerfreundlichere Ein- und Ausgabegeräte und eine effizientere Nutzung bestehender Hardwareressourcen. Die Vernetzung von Computern erschien ihm dabei als wichtiger Schritt in der Rechnerentwicklung.
1962 gründete die ARPA ein Büro für informationsverarbeitende Technologien (IPTO, Information processing techniques office), um einen neuen Schwerpunkt für die Förderung der noch jungen Computertechnik in den Vereinigten Staaten zu setzen. Licklider wurde mit der Führung der Behörde betraut. Unter den von ihr finanzierten Projekten waren viele wegweisende Entwicklungen wie die Implementierung von Time-Sharing-Betriebssystemen, die Herstellung graphischer Computerterminals und grundlegende Forschungen zur künstlichen Intelligenz.

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Time-Sharing-Betriebssysteme