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Identität und Geschichte der Informationswissenschaft

Die Geschichte des Computers

Die Geschichte des Computers

Projekte: Identität und Geschichte der Informationswissenschaft

Stephan Schlicker

3. Die Entwicklung des PC bis heute

Mit dem 1971 vorgestellten Mikroprozessor 4004 von Intel war es erstmals überhaupt möglich mit einem Computer viele unterschiedliche mathematische Probleme zu lösen, ohne dafür jedes Mal eine neue Hardware konstruieren zu müssen.
Allerdings reichte der 4004 für viele Probleme auch noch nicht aus, da er zum einen zu langsam war, was heute auch immer noch eines der größten Probleme ist, und zum anderen nicht genügend Daten auf einmal verarbeiten konnte, nämlich nur 4 Bit.
Deshalb wurde dann schon ein Jahr später der Nachfolger namens 8008 vorgestellt, der erste 8 Bit Prozessor.
Dessen Nachfolger, 8080 war dann 1975 die Grundlage des ersten PC´s, des Altair 8800.

Abb. 6: Altair 8800, der erste PC
Abb. 6: Altair 8800, der erste PC

Auch damals ging die Entwicklung neuer Prozessoren schon ziemlich schnell, und so wurde 1978 schon der erste 16-Bit-Prozessor von Intel vorgestellt. Also ein Prozessor, der schon 4-mal so viele Daten auch einmal verarbeiten konnte, wie der erste Mikroprozessor 7 Jahre zuvor.
1980 kamen dann die ersten 32-Bit-Prozessoren auf den Markt, die heute immer noch verwendet werden.
Allerdings begann man damals auch die Prozessoren nicht nur dadurch schneller zu machen, dass man die Architektur verbesserte oder die Anzahl der Transistoren erhöhte. Man versuchte auch durch Verkleinerung der Anzahl der Steuerungsbefehle u.ä. Maßnahmen Geschwindigkeit zu gewinnen. Und obwohl das recht gut klappte, was man an den RISC-Prozessoren sehr gut sehen kann, konnte sich diese Bewegung im Bereich der PC´s nicht durchsetzen, da man für jeden neuen, verbesserten Prozessor die Software hätte neu schreiben müssen.
1981 brachte dann auch IBM seinen ersten, auf einem Intel-Chip basierenden PC auf den Markt. Dieser war zwar vor allem im technischen Bereich nicht auf dem neuesten Stand, und der Konkurrenz teilweise weit unterlegen, wurde aber trotzdem ein Riesenerfolg und stellte bald, nicht zuletzt auf Grund der wirtschaftlichen Macht IBM´s, einen Quasi-Standard dar.
Dieser Quasi-Standard ist auch der, auf dem auch heute noch alle PC-Komplettsysteme, die z.T. auch IBM-kompatible Computer genannt werden, basieren.
Ein weiterer wichtiger Fortschritt war der 1981 vorgestellte, erste portable Computer, der Osborne 1. Dieser hatte allerdings noch sehr wenig mit einem modernen Laptop zu tun. Er wog ca. 11,5 kg, hatte einen nur 5″ großen Monochrombildschirm eingebaut und sah eigentlich eher aus wie eine Nähmaschine.

Abb. 7: Osborne 1, der erste portable Computer
Abb. 7: Osborne 1, der erste portable Computer

Neben der Prozessorentwicklung, die heute soweit fortgeschritten ist, dass auf einem Chip ca. 20.000 mal so viele Transistoren Platz haben, wie auf dem ersten, dem 4004, haben sich in dieser Zeit auch die Speicherkapazität und -medien, sowie die Peripheriegeräte wesentlich weiterentwickelt.
So wuchs der Speicherplatz auf einer Festplatte von ca. 5 MB Anfang der 80er Jahre auf heute bis zu 160 GB an, und das bei einer gleichzeitigen Reduktion des Platzbedarfs.
Bei den Speichermedien sorgten die CD und die CD-R, 1984 bzw. 1988 auf den Markt gekommen, für eine Revolution. Sie fassten statt der bei einer 3,5″ großen Floppy Disk üblichen 720 KB bzw. 1,44 MB ganze 650 MB.

Auch im Bereich der Software wurde einige Neuentwicklungen vorgestellt. Anfang der 70er Jahre wurde von einem Intel-Forscher erstmals eine Art Betriebssystem, das „Control Program for Microcomputers“ CP/M, entwickelt.
Da PC´s immer mehr Marktanteile errangen kamen auch bald die ersten Programme auf, die nicht nur Berechnungen durchführen konnten, sondern auch für die Büronutzung geeignet waren. Die ersten Büroprogramme waren 1979 WordStar, das erste Textverarbeitungsprogramm, und VisiCalc, eine Tabellenkalkulation.
1977 gründen Bill Gates und Paul Allen Microsoft, einen der heute weltweit größten Softwarekonzerne. Sie begannen damit ein Betriebssystem, das sie gekauft hatten wenig verändert als MS-DOS zu verkaufen. 1984 kommt dann der erste Vorfahre des heute aktuellen Word XP, Word 1.0 auf den Markt. 1 Jahr später kommt dann auch die erste Version eines Betriebssystems mit graphischer Oberfläche von Microsoft auf den Markt, Windows 1.0. Dessen Siegeszug beginnt aber erst mit der Version 3.0, da die beiden Vorgänger 1.0 und 2.0 sehr unausgereift und schlecht bedienbar waren.