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Identität und Geschichte der Informationswissenschaft

Open Source Bewegung - Überblick

1. Freie Software und der Open Source Gedanke

Open Source und Freie Software

Projekt im Rahmen des Proseminars Webpublishing WS 02/03

Dozent: Dr. H.-D. Luckhardt
Autoren: Tobias Maurer und Andreas Martin

Der Grundgedanke hinter freier Software besteht darin, dass man Softwareentwicklung nicht nur aus rein kommerziellen Gesichtspunkten betreiben muss, sondern man seine eigene geistige Arbeit dem Nutzen aller zur Verfügung stellt und durch gemeinsame Arbeit ein besseres Endergebnis für alle produziert wird. Weiterhin bestehen Zweifel daran, inwieweit man Algorithmen und Software patentieren oder schützen lassen kann. Es handele sich dabei um etwas wie einen Satz oder eine Definition in der Mathematik, die nach ihrer Veröffentlichung allen anderen zur Verfügung steht, was die Grundlage wissenschaftlicher Forschung bildet.

Die Geschichte freier Software reicht bis in die 60er Jahre zurück, die stärkere Entwicklung begann aber erst in den 80er Jahren in Verbindung mit der Entwicklung von Linux und des Internets. Die zentrale Figur in der Diskussion um Open Source und freie Software ist Richard M. Stallmann, Initiator des GNU Projekts, Schöpfer der GPL und Gründer der Free Software Foundation. Seit Mitte der 80er Jahre arbeitet er auf das Ziel hin, dass alle Software frei ist im Sinne des Copyleft der GPL.

Der erst um einiges später eingeführte Begriff „Open Source“ sollte ursprünglich die Idee freier Software in der Wirtschaft interessanter machen, „free“ bedeutet im englischen nicht nur frei, sondern auch kostenlos und „kostenlos“ sollte nach betriebswirtschaftlichen Aspekten einen größeren Anreiz bieten. Mittlerweile wehren sich Stallman und die FSF aber gegen den Begriff „Open Source“, da sie es für einen Fehler halten, den Gesichtspunkt der Freiheit für Anwender und Entwickler zu vernachlässigen.

 

 


Abb.2: FreeBSD-Daemon, Logo des freien Unix Ablegers FreeBSD
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Der Begriff „Freie Software“ der FSF ist präziser definiert als „Open Source“. Die Open Source Initiative OSI gibt zwar auch eine Definition von Open Source vor, die sich mit den Ideen der FSF weitestgehend deckt. Jedoch ist der Begriff nicht geschützt, so dass jeder seine Software als Open Source bezeichnen kann. Oftmals verstehen Firmen darunter nur die Möglichkeit, unter bestimmten Bedingungen Einblick in den Quelltext zu erhalten. Im Endeffekt muss man anhand der entsprechenden Lizenz die genauen Rechte und Möglichkeiten feststellen.

Der Microsoftkonzern als Hauptgegner freier Software hat mit der Kritik am Prinzip von Open Source Software und speziell der GPL, dass diese wie ein Virus geistiges Eigentum vernichte, mit seiner „Shared Source License“ ein weiteres Konzept erschaffen, dass zwar einen Einblick in Quelltexte erlaubt, aber weder die Veränderung noch Weitergabe beinhaltet. Von einer „Shared Source“ kann also nicht ganz die Rede sein.

Dass ein kommerzielles Denken und die Arbeit und Entwicklung freier Software sich nicht gegenseitig ausschließen zeigt der Erfolg beispielsweise verschiedener Linuxdistributionen, die mit ihrem Angebot an Dienstleistungen und Support in Verbindung mit freier Software ihr Geld verdienen. Als einer der weltgrößten Computerkonzerne macht die Firma IBM mittlerweile einen beträchtlichen Umsatz mit der Installation von Linux und anderer freier Serversoftware auf entsprechender IBM Hardware.