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Buchbesprechungen

Jakob Nielsen: Usability Engineering

Inhalt: Kapitel 9

Das neunte und vorletzte Kapitel „International User Interfaces“ behandelt die Probleme, die ein Hersteller hat, wenn er Programme f�r andere L�nder herstellt oder eigene Programme in fremde L�nder verkaufen will. Es beschreibt Eigenheiten der verschiedenen M�rkte und welche Schwierigkeiten f�r den Softwareentwickler entstehen.

Im ersten Unterkapitel „International Graphical Interfaces“ beschreibt Nielsen die verschieden graphischen Besonderheiten von verschiedenen L�ndern. Diese sind vor allem ausgedr�ckt in der Art der Icons. Gleiche Icons bedeuten nicht in allen L�ndern die selben Befehle. So bedeutet das einfache ankreuzen eines K�stchens in Japan zum Beispiel, dass man einen bestimmten Men�punkt nicht ausw�hlen will. Zum ausw�hlen ist hier ein H�kchen an den jeweiligen Punkt zu setzen.

So gibt Nielsen auch im zweiten Kapitel „International Usability Engineering“ den Ratschlag an die Firmen, f�r jedes neue Land eine neue Testreihe (auch f�r das gleiche Produkt) mit einheimischen Testkandidaten durchzuf�hren. Da Probleme meist wegen der �bersetzung entstehen, sollten schon bei der Entwicklung Muttersprachler beteiligt sein. So ist zum Beispiel bei den meisten Befehlen keine einfache �bersetzung aus dem englischen m�glich.

Eine Liste von Fehlern und anderen Besonderheiten, die beachtet werden m�ssen gibt Nielsen in „Guidelines for Internationalization“. So machen vor allem amerikanische Firmen oft den Fehler in ihren Programmen mit dem 7-bit ASCII code zu arbeiten. Die Anzahl der Zeichen reicht aber zum Beispiel in skandinavischen L�ndern zur Darstellung nicht aus. Weitere Fallen sind Nummern, bei denen die Amerikaner zum Beispiel ein Komma nach jeder tausender Stelle setzen. Auch bei der Darstellung der W�hrung muss die Umstellung auf die jeweiligen L�nder beachtet werden. Weitere Probleme ergeben sich bei der Darstellung von Zeitdaten (15 Uhr / 3 p.m.) und den verschiedenen Ma&szligangaben (z.B. Zentimeter / Inch).

Im Kapitel „Resource Separation“ wird erkl�rt, dass Hersteller f�r neue l�nder oft sogar den Quellcode von Programmen �ndern m�ssen, weil sonst zuzm Beispiel Fehlermneldungen falsch verstanden werden k�nnen. Gerade die Schreibweise des Datums (im amerikanischen Monat-Tag-Jahr) muss sowohl im Betriebssystem als auch in den verschiedenen Programmen �bereinstimmen, um Systemkonflikte zu vermeiden.

Der Begriff „Multilocal Interfaces“ bedeutet, dass ein Produkt f�r verschiedene M�rkte und L�nder entwickelt ist. So ist das Gegenteil (single location) z.B. ein Programm auf deutsch nur f�r deutsche kunden. Nielsen gibt in diesem Kapitel den Ratschlag, dass bei der Entwicklung von Software schon f�r das Ausland mitgestaltet werden sollte. Am besten ist es wenn eine Firma in verschiedenen L�ndern vertreten ist. So k�nnen die Eigenheiten schnell in allen Programmversionen verarbeitet werden. Die laut Nielsen optimale L�sung w�re es nat�rlich, wenn man ein Programm schreiben w�rde, dass in allen L�ndern gleich verwendet werden kann.