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Buchbesprechungen

William T. Arms: Digital Libraries

13. Repositories and Archives

  • Panel 13.4: The Stanford InfoBus
  • Panel 13.1: Web Servers >
  • Panel 13.5: The Task Force on Archiving of Digital Information
  • Advanced Repositories
  • Metadata in Repositories
  • Panel 13.6: Storing Digital Information
  • Replication and Refreching
  • Panel 13.2: The Warwick Framework
  • Preserving Content by Migration
  • Panel 13.3: HTTP
  • Data Hiding
  • Legacy System
  • Creating Digital Libraries with Archiving in Mind





In diesem Kapitel beabsichtigt der Autor einen �berblick �er Methoden der Speicherung digitalen Materials in Fundstellen und der l�ngerfristigen Archivierung, ebenso wie die Protokolle, die f�r den Zugang zu dort gespeicherten Informationen bereitstellen. In seinem anh�ngenden Glossar erkl�rt Arms den Begriff repository folgenderma�en: „a computer system used to store digital library collections and disseminate them to the user.“
(W.Y.ARMS, Digital Libraries, MIT Press, Campridge, Massachusetts, 2000, Glossary,S.281)

Zur Zeit ist die gel�ufigste Form solcher „repositories“ ein Web Server. Verschiedene Gesellschaften bieten sehr gute Web Server an. Die haupts�chlichen Unterschiede zwischen den Produkten liegen in den Programmen , die damit verbunden sind, z.B. Emails, Indexierungsprogramme, Sicherheitssysteme oder Mechanismen f�r E-Payment. F�r digitale Bibliotheken bedeutet ein Web Server Funktionalit�t mit geringen Kosten. Im dazugeh�rigen Panel 13.1 vertieft Arms das Thema Web Server.

Als verwendete Protokolle f�r die Interoperabilit�t nennt der Autor HTTP und Z39.50., wobei letzteres noch an anderer Stelle im Buch genauer erl�utert wird. In den Panels 13.2 und 13.3 stellt Arms The Warwick Framework vor, einen Workshop, der 1996 in Warwick, England, stattfand und dessen Aufgabe die Organisation von Metadaten ist bzw. vertieft er das Thema HTTP. Hier geht er auf die verschiedenen messages des Protokolls sowie auch der status codes ein.

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Zum Thema Archivierung schreibt Arms, dass Archive heutzutage darauf vorbereitet sein m��ten, die Informationen in einer Bibliothek l�nger aufbewaren zu m�ssen als irgend ein heute existierendes Computersystem. Archivierung von digitalem Material ist schwierig. Der Autor verweist auf die Ergebnisse der Foundation of modern work on digital Archiving , die aus der Task Force on Archiving of Digital Information hervorgegangen ist. Diese beschreibt er in Panel 13.5 genauer. Sie wurde 1994 durch die Commission on Preservation and Access und der Research Libraries Group etabliert, um die Probleme der Erhaltung digitalen Materials zu untersuchen. Dabei betrachtete man rechtliche, �konomische, organisatorische und technische Gesichtspunkte. Arms zufolge ist dies die vollst�ndigste Studie zu diesem Gebiet.

Bez�glich der Speicherung f�hrt Arms an, dass es vor allem auf die Haltbarkeit bzw. Lebensdauer der Speichermedien ankommt. Heutigen Speichermedien wird keine Langlebigkeit garantiert, wobei er dem Tonband eine noch k�rzere Haltbarkeit zuschreibt als der CD. Wenn man sich nicht vorsieht, so Arms, wird alle digitale Information in ein paar Jahrzehnten verloren sein. In Panel 13.6 werden einige aktuelle Methoden der Speicherung digitalen Materials beschrieben. Der Autor merkt an, dass die Betonung dabei Minimierung der Kosten f�r die Ausstattung und schnellen Auffindzeiten liegt, nicht auf der Langlebigkeit.

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Der Abschnitt Digital Archeology ist besonders f�r deutsche Leser interessant, da der Autor hier auf die Umst�nde in der ehemaligen DDR nach dem Mauerfall eingeht. Digital Archeology definiert Arms als process of retrieving information from damaged, fragmentary, and archaic data sources. Da Gesellschaften Perioden der Unruhe durchlaufen, wie z.B. Rezessionen, Kriege oder politische Unruhen, hat die Archivierung in solchen Zeiten eine geringe Priorit�t. Im Panel 13.7 beschreibt Arms, wie ein solche Periode in Ost-Deutschland fast den Verlust eines Staatsarchivs verursacht h�tte.

Nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung Deutschlands waren die digitalen Aufnahmen Ost-Deutschlans in Unordnung. Das Archiv der Bundesrepublik bekam eine Masse an Lochkarten, Tonb�ndern und Computeraufnahmen, die die Aufnahmen der DDR darstellten. Viele der Medien waren in bedauernswertem Zustand, die Daten waren in nichteinheitlichen Formaten und die Computerzentralen, die die Daten verwalteten waren hastig geschlossen oder privatisiert worden. Seither versucht ein kleines Team aus deutschen Archivaren die Aufnahmen der DDR wiederherzustellen. Sie nennen sich „digitale Archeologen“.
Das erste Problem der Spezialisten war, die Daten auf den Speichermedien wiederzufinden. Dei Daten selbst auf den besten Tonb�ndern sind kurzlebig. In vielen F�llen waren die Daten in einem russischen System gespeichert, das von anderen Computern nicht unterst�tzt wurde. Und obwohl die Archivare einige russische Computer erhalten haben, sind etwa 30% der Daten unlesbar. Als die Daten in andere Speichermedien kopiert waren, waren dennoch nicht alle Probleme gel�st. Um Speicherplatz zu sparen, waren viele Daten komprimiert worden, das jedoch auf seltsame und undokumentierte Art. Die Schwierigkeiten werden anhand einer Datenbank �ber DDR-Funktion�re veranschaulicht. Die Datenbank selbst war leicht wiederherzustellen, da es sich dabei um Kopien von IBM handelte. Die Interpretation der Daten gestaltete sich jedoch schwieriger. Die Archivare hatten jedoch den Vorteil, dass sie diejenigen befragen konnten, die an der Erstellung einer solchen Datenbank beteiligt waren, und dabei auf deren Erfahrung zur�ckgreifen konnten. Arms zitiert hier den Kopf der deutschen Archivare, Michael Wettengel: „Computer technology is made for information processing, not for long-term storage.“ (W.Y.ARMS, Digital Libraries, MIT Press, Campridge, Massachusetts, 2000, S.262)

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