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Projekte

USA-Studienreise 1998

Der vorliegende Bericht soll einen Eindruck von der Studienreise der Fachrichtung Informationswissenschaft (3.10.-19.10.1998) geben. Das Besuchsprogramm, das vor der Reise dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) vorgelegt wurde, ist durch eine Kooperation mit der Saarbrücker Zeitung ergänzt worden, die die Erprobung neuer Formen der Kommunikation unter Nutzung moderner Informations- und Kommunikationsmedien zum Ziel hatte. Der sehr erfolgreich verlaufene Versuch hatte die internetbasierte Übermittlung aktueller Berichte und Photos direkt in die Redaktion der Zeitung zum Inhalt. Die elektronisch übermittelten Daten wurden unmittelbar in das WWW-Angebot der Saarbrücker Zeitung eingestellt, vgl. http://www.sz-newsline.de/infowiss/infowiss.htm

Parallel dazu wurden digital aufgenommene Fotos der Reise online in das WWW-Angebot der Fachrichtung Informationswissenschaft übertragen.

Die einzelnen Stationen der Reise

Das Institute for Scientific Information (Philadelphia)

Am Institute for Scientific Information (ISI) lernten wir professionale Verfahren zur Aufbereitung und Zur-Verfügung-Stellung von Wissen kennen. Seit über 25 Jahren verarbeitet das ISI das in (nach heutigen Zahlen) 57.000 Zeitschriften und 7.000 ausgesuchten Büchern enthaltene Fach-Wissen. Diese Art der Wissensverarbeitung gewährleistet, dass das zu jedem repräsentierten Fachgebiet erarbeitete Wissen das jeweilige Gebiet gut abdeckt, ganz im Gegenteil zum Worldwide Web.

Jeder, der sich im World Wide Web auf Informationssuche begibt, kennt das Problem der riesigen Datenmengen, die einem Benutzer als Ergebnis seiner Suche ungeordnet präsentiert werden. So wird nur allzu oft eine Anzahl von Treffern angegeben, deren sorgfältige Bewertung unangemessen viel Zeit in Anspruch nehmen würde. Dadurch muss sich der Benutzer sehr oft mit ungenauen oder zweitklassigen Informationen zufrieden geben.

Eine sehr gelungene Lösung zur webbasierten Strukturierung von Informationen wurde uns von den Mitarbeitern des ISI in Philadelphia eindrucksvoll präsentiert: The WEB OF SCIENCE. Dies ist ein Zitationsindex, der akademischen Institutionen und Forschungseinrichtungen als Informationsquelle dient. Einige Prinzipien des ISI sind die Lieferung qualitativ hochwertiger Information, Verlässlichkeit, vollständige Abdeckung, leichtes Handling und Präzision, die unseres Erachtens bei diesem Produkt erfolgreich umgesetzt sind. Nur wirklich signifikante Dokumente werden ausgewählt, logisch indexiert und dem Benutzer leicht zugänglich gemacht. So wird dem Grundsatz des Unternehmens Rechnung getragen, Fachinformation erschöpfend und in angemessener Form und Menge zu liefern.

SAP AG (Philadelphia)

In Philadelphia befindet sich auch die USA-Hauptniederlassung der 1972 in Mannheim gegründeten deutschen Softwarefirma SAP (Systems, Applications, and Products in Data Processing), die durch ihre Softwarelösungen auf dem Sektor des Informationsmanagements weltweit Anerkennung erlangt hat. Angefangen vom beeindruckenden, von SAP selbst entwickelten „Brainstorming-Room“ bis zur futuristischen Schaltzentrale (Serverzentrum) dient Alles der Erfüllung des Firmenmottos „A better Return on Information“. Als konkrete Vision wurde uns das Modell eines virtuellen Unternehmens vorgeführt, das – von der Bestellung eines Produkts über die Fertigung bis zur Lieferung – vollständig elektronisch gesteuert wird.

Penn State University (State College):

Das Ziel unseres Besuches auf dem Campus der Penn State University in State College war die dortige Fachrichtung Erziehungswissenschaft mit ihren Forschungsschwerpunkten „distance education“ und „Interneteinsatz in Schulen“. Dies war für uns sehr interessant, da unsere Fachrichtung ähnliche Projekte betreibt. So konnten wir einen Eindruck davon gewinnen, wie in den USA diese für die Zukunft sehr wichtigen Themen angegangen werden.

Von 1996-1998 gab es in der Fachrichtung Informationswissenschaft ein Projekt mit dem Titel „Informationspraktikanten – Multimedia im Unterricht“ (URL: http://www.phil.uni-sb.de/IFP2/). Ziel dabei war es, Lehrer für den Interneteinsatz in der Schule zu qualifizieren und das Potential des Interneteinsatzes in der Schule zu erforschen. Es war interessant zu sehen, dass unsere Kollegen der Penn State University ein ähnliches Projekt auf die Beine gestellt haben und im Prinzip auch mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben, wie z.B. der teilweise schlechten Ausstattung der Schulen mit Informationstechnologie (in den USA ist das im hohem Maße abhängig davon, wie wohlhabend die Gegend ist, in der die Schule liegt), überlastete Lehrer (kein Stundenausgleich für engagierte Lehrer) und der Motivation von noch nicht internetbegeisterten Lehrer. Etwas anders sind allerdings die finanziellen Möglichkeiten für solche Projekte in den USA. Die Gruppe an der Penn State University hatte 130 Mio. $ für 3 Jahre zur Verfügung, die für Studien über den Stand der Informationstechnologie an den Schulen Pennsylvanias, die Entwicklung einer CD-ROM mit Unterrichtsmaterialien und diverse Informationsveranstaltungen ausgegeben wurden.

Am Nachmittag wurde uns dann das Projekt World Campus mit verschiedenen Fernkursen auf WWW-Basis vorgestellt, und wir hatten Gelegenheit zur Diskussion mit den Wissenschaftlern.

Universität Maryland, College of Library and Information Services

(College Park)

In Deutschland ist es sicher (noch) nicht so, dass man Trendbegriffe wie „Informationsgesellschaft“ oder „Informationstechnologie“ unwillkürlich mit der Informationswissenschaft verbindet, die USA sind da schon sehr viel weiter, da an vielen Universitäten Informationswissenschaft – oft in Verbindung mit Bibliothekswissenschaft – gelehrt wird. Wir besuchten das „College of Library and Information Services“ an der Universität von Maryland (UM) nahe Washington. Hier werden ca. 350 Studierende (postgraduates, also solche, die schon einen Abschluss haben) von ca. 13 Professor(Inn)en und Assistenzprofessor(Inn)en betreut (Saarbrücker Verhältnis 450:1).

Wir nahmen an einem Workshop teil, der von Prof. Soergel von der UM und Prof. Zimmermann von der Universität des Saarlandes vorbereitet worden war. Es ging um das Projekt SEMWEB (offener, mehrsprachiger, multifunktionaler Zugang zu Wissensquellen über das WWW) und um andere Fragen der Darstellung von und des Zugangs zu Wissen. Es ist ja bekannt, dass das WWW neue Möglichkeiten eröffnet, Wissen aus verschiedenen Quellen leichter verfügbar zu machen. Das Problem ist dabei nicht, dass heute nicht genug Wissen verfügbar ist, sondern, dass bessere Möglichkeiten zur Auswahl und Bewertung von Wissen geschaffen werden müssen. SEMWEB soll dabei helfen, indem es ein Werkzeug zur (mehrsprachigen) Kategorisierung von Wissen schafft (damit man auch formulieren kann, worüber man etwas wissen möchte). Zwischen Professor Soergel und Professor Zimmermann wurde eine enge Zusammenarbeit im SEMWEB-Projekt vereinbart.

American Library Association (Washington)

Wir besuchten das Washingtoner Büro der American Library Association (ALA), das innerhalb der Organisation für die Information Technology Policy zuständig ist. Der Direktor, Andrew Magpantay, gab uns einen aufschlussreichen Einblick in das Funktionieren dieses mächtigen, zentralen Bibliotheksverbandes, für den es bei uns kein Pendant gibt. Die ALA-Manager sind einflussreiche Lobbyisten für das amerikanische Bibliothekswesen bei Senat und Repräsentantenhaus. Wir hatten den Eindruck, dass die elektronische Infrastruktur der Bibliotheken, u. zw. der nationalen, staatlichen und lokalen, besser ausgebaut ist als bei uns. Ebenso sind die Bibliotheken durch diesen zentralen Verband besser in die politischen und normativen Entwicklungen im Bereich Informations- und Kommunikationstechnik eingebunden. Daneben scheint auch die Ausbildung der Bibliothekare und ihre Versorgung mit Informationen über informationstechnische Entwicklungen durchgängig organisiert zu sein.

National Museum for American History (Washington)

Ausstellung ‚Information Age‘

Die Ausstellung ‚Information Age‘ im National Museum for American History umfasst die Periode von 1832 bis vor etwa 10 Jahren, als das Konzept entwickelt und realisiert wurde. Schwerpunkte sind Informationsgesellschaft und Informations- und Kommunikationstechnik mit dem Hauptgewicht auf der Entwicklung des Computers seit 1940. Auffällig war die absolute Bezogenheit auf die USA, es gibt so gut wie keine Verweise auf Entwicklungen anderswo.

Karen Lee, eine der Entwicklerinnen der Ausstellung, berichtete über die Neukonzeption, mit der sie heute befasst ist. Ziel ist die Ausweitung der ‚Interaktivität‘ der Ausstellung, die schon vor 10 Jahren für damalige Verhältnisse recht hoch war. Unter Nutzung von Barcodes ist es z.B. jedem Besucher möglich, seinen Rundgang individuell zu gestalten, z.B. mit Hilfe der ENIGMA-Chiffriermaschine seinen Namen zu ver- bzw. entschlüsseln. Diese interaktive Komponente soll z.B. durch Einbeziehung von Forschung des Massachusetts Institute for Technology (MIT) im Bereich Virtual Reality (automatische Erkennung von Sprache und von Gesten) ausgebaut werden. Im Museumsbereich ist es besonders wichtig, mit ‚bells and whistles‘ zu arbeiten, also verstärkt die unterhaltenden Aspekte der Informationstechnologie zu nutzen. Ein zweiter Diskussionspunkt war die Entwicklung der Museen überhaupt zu ‚virtuellen/elektronischen Museen‘ und die Frage, ob Museen in ihrer heutigen Form überhaupt eine Chance haben, weiterzuexistieren, wenn sie sich den neuen Medien nicht öffnen und deren Möglichkeiten nutzen, z.B. dazu, die Archive zugänglich(er) zu machen. Schließlich können derzeit beispielsweise nur etwa 2 % der Sammlungen des Museums jemals gezeigt werden.

LOGOS Corporation (Mt. Arlington)

1965 wurde die maschinelle Übersetzung in einer amerikanischen Studie (ALPAC-Report) für nicht durchführbar erklärt. Viele Unternehmen und Forschungsinstitute stellten daraufhin ihre Arbeit in diesem Bereich ein. Gegen diesen allgemeinen Trend gründete Bud Scott 1970 das Unternehmen LOGOS mit dem Ziel, ein beliebig erweiterbares, nicht eingeschränktes kommerziell erfolgreiches Produkt zur maschinellen Übersetzung zu entwerfen.

Der Firmengründer selbst erläuterte uns den Weg, den seine Firma gegangen ist, um dieses Ziel zu erreichen. Einem von der US-Regierung in Auftrag gegebenen System zur Übersetzung von Militär-Handbüchern ins Vietnamesische folgten weitere Systeme für Russisch, Französisch, Deutsch und Spanisch.

Mitte der 80er Jahre ging man mit einem kommerziellen Produkt auf den Markt, das damals noch nur auf Großrechnern lief. Anfang der 90er Jahre unterzog man die Software einer grundlegenden Modernisierung. Das erste Resultat dieses schwierigen Prozesses geht Anfang des nächsten Jahres auf den Markt. Man hat noch einige Punkte, die es zu verbessern gilt, so übersetzt das System nur etwa 40000 Wörter in der Stunde (etwa 120 Seiten). Konkurrenzprodukte schaffen deutlich höhere Wortzahlen. Trotz der Arbeit, die in das Produkt noch einfließen muss, gibt es eine lauffähige Vorabversion, die uns bei unserem Besuch vorgeführt wurde.

Die Resultate sind auch nach fast 30 Jahren Entwicklung auf den ersten Blick nicht überzeugend. Das System übersetzt Texte ohne vorherige Lexikonarbeiten eher schlecht als recht.

Auf Fragen zum Sinn einer solchen fehlerhaften Übersetzung wurden wir auf die nicht geeignete Textsorte und fehlende Terminologie hingewiesen. Das Übersetzungssystem LOGOS ist nicht in erster Linie für Presse-Artikel gedacht, und wie bei jeder Übersetzungsarbeit muss zuerst die Terminologie erschlossen werden. Ziel ist es, brauchbare Übersetzungen technischer Dokumentationen und wissenschaftlicher Texte zu erhalten und in diesem Bereich alle Sparten abzudecken, nicht nur Teilbereiche (z.B. Maschinen-Betriebsanleitungen). Diese Texte sind sehr exakt in der Wahl der Begriffe und Bezeichnungen. Ein „Drehhebel“ heißt immer „Drehhebel“, und nicht „Drehschalter“, „runder Knopf“ oder ähnliches. Es kommt bei der maschinellen Übersetzung von technischen Dokumenten darauf an, dass Begriffe immer genau gleich übersetzt werden. Der fehlende Einfluss eines Übersetzers bei der Wahl der Begriffe bewirkt genau dies, d.h. es gibt keine falsch verstandene „übersetzerische Freiheit“. Eine Studie im Auftrag der Fa. Ericsson bestätigte Maschinen-übersetzten technischen Dokumenten – was die konsistente Verwendung von Fachbegriffen angeht – sogar eine höhere Qualität als manuell übersetzten Dokumenten. Neben dem Argument der Genauigkeit kann ein Übersetzer mit einem gut eingestellten System deutlich mehr Seiten pro Tag übersetzen. Bei LOGOS sprach man von Steigerungen auf bis zu 50-60 Seiten pro Tag. Normal schafft ein schneller Übersetzer eine Quote von etwa 10 Seiten am Tag. Dadurch kann ein Unternehmen bis zu 50% der bei der Übersetzung anfallenden Kosten sparen.

Dag Hammerskjöld Library im UN-Hauptquartier (New York)

Die UN vertritt die Interessen einer internationalen Staatengemeinschaft, ist bekannt durch ihren Generalsekretär Kofi Annan, durch Friedensmissionen, humanitäre Hilfe u.v.m. Neben allen Aufgaben, die die UN erfüllt, ist die Organisation aber auch ein Verwaltungskoloss. Im Mittelpunkt unseres Interesses stand dabei die Frage, wie elektronische Medien eingesetzt werden, um Informationen zu sammeln, strukturiert zu verwalten und wieder verfügbar zu machen. Und das haben wir erfahren:

Weltweit unterhält die UN insgesamt 364 Bibliotheken, wobei die Dag Hammerskjöld Library (DHL) die Aufgabe des „coordinating body“ übernimmt, d.h. Koordinierungsstelle ist. Hinzu kommt, dass die DHL den gesamten Bereich des elektronischen Publizierens von UN-Dokumenten betreut, z.B.:

Entwicklung von Datenbanksystemen wie UN-I-QUE (UN Info Quest), ODS (Optical Disk System) etc. – UN-Dokumente im Volltext;
Datenbank zur Recherche von UN-Dokumente UNBIS (United Nations Bibliographic Information System).

Die Bibliotheken der UN sind nicht öffentlich, auch wenn jeder Interessierte zumindest einen Teil der UN-Dokumente einsehen kann (indem er zum Beispiel die Internetseiten der UN nutzt oder in der UN-Bibliothek seines Landes nachfragt). Struktur und Angebote der Bibliotheken sind speziell an den Informationsbedürfnissen von UN-Mitarbeitern ausgerichtet: Bücher, Zeitschriften, es gibt zahlreiche Nachrichtenagenturen im Abonnement, Zugriff auf ca. 20 fachspezifische (externe) Datenbanken, Internationale Statistiken, CD-ROMs, Kartenmaterial (Kartographie), sämtliche UN-Dokumente (als Printversion und elektronisch), Buch- und Zeitschriftenkataloge.

Kommuniziert wird in der UN in sechs Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch, Chinesisch, Russisch und Arabisch. Täglich werden allein im UN-Hauptquartier in New York ca. 70 Dokumente veröffentlicht – und zwar zunächst in Englisch – bei insgesamt 6 Sprachen sind das 420 Dokumente pro Tag. Dazu kommen noch die Veröffentlichungen anderer UN-Standorte, wie z.B. Genf. Daraus lässt sich leicht ableiten, welche Mengen an Dokumenten insgesamt verwaltet und wieder verfügbar gemacht werden müssen.

Eine Mitarbeitern der Bibliothek erzählte uns: „Natürlich wollen wir alles elektronisch verfügbar machen, auch über das Internet. Aber auch Dritte-Welt-Länder gehören zur UN. Und in den Entwicklungsländern ist die notwendige technische Infrastruktur einfach noch nicht gegeben.“ Das stimmt zwar, aber sich damit zufrieden geben? Gut, es mag wichtigere Dinge geben, als Entwicklungsländer mit Informationstechnik und -technologie vertraut zu machen; allerdings wird dies ein wichtiger Punkt sein, um eben Ländern der 3.Welt zu helfen, sich selbst zu helfen. Dieser Gedanke wurde nicht weiter diskutiert, wohl aber der Einsatz des Internet bei der UN.

Was haben die Internetangebote der UN und der Universität des Saarlandes gemeinsam? – Etwas enttäuscht mussten wir feststellen, dass auch die UN keine zentrale Koordinierungsstelle hat, die für den Inhalt und die Struktur der angebotenen Informationen zuständig ist. Um nur einige Stichworte zu nennen: Einheitlichkeit, Logik des Aufbaus, Wiederfinden von Informationen.

Die Homepage steht unter der Obhut der Public Relations – Mitarbeiter, alles andere ist den einzelnen Abteilungen überlassen. Das Ergebnis: Die Seiten der verschiedenen UN-Abteilungen sehen unterschiedlich aus, und auch die Möglichkeiten des Mediums „Internet“ werden nicht (immer) genutzt. Denn obwohl viele Informationen einen Zusammenhang aufweisen und deshalb (im Interesse des Lesers) miteinander verknüpft werden sollten (und könnten!), wird diese Möglichkeit oft außer Acht gelassen. Auf diese Weise erhöht sich der Rechercheaufwand und außerdem kann es passieren, dass ein Dokument zwar irgendwo vorhanden, aber eben nicht (einfach und schnell) wiederzufinden ist.

Geänderte Programmpunkte

Die geplanten Besuche konnten im Wesentlichen wie geplant durchgeführt werden. Die Programmpunkte „IBM“ und „Library of Congress“ mussten wie folgt umdisponiert werden.

Der Besuch bei IBM ließ sich nicht realisieren, weil nach erfolgter Kontaktaufnahme keine Rückmeldung mehr kam. Dafür hatten wir in College Park Gelegenheit, im Rahmen des Knowledge Management Seminars der Robert H. Smith School of Business dem Vortrag des Direktors des IBM Institute for Advanced Commerce, Stuart Feldman, über ‚Research Directions in Elektronic Commerce‘ beizuwohnen. Er gab einen Einblick in einige Forschungsthemen im Zusammenhang mit Elektronic Commerce, die nach Ansicht von IBM noch bestehende Probleme lösen helfen können. Probleme sind z.B. der Datenschutz, das Spannungsverhältnis zwischen dem Wunsch nach Anonymität und dem Trend zu personalisierten Diensten, die Diskrepanz zwischen dem ‚globalen‘ Internet und im wesentlichen ‚lokalen‘ politischen, gesellschaftlichen, steuertechnischen Gegebenheiten.

Für den Besuch der Library of Congress blieb leider nur ein Samstag übrig, so dass wir auf die wissenschaftliche Führung, die nur von Montag bis Freitag möglich ist, verzichten mussten. Als Ersatz bot sich die täglich stattfindende Touristenführung an, die nur einen oberflächlichen Eindruck vermitteln konnte.